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Langzeitarbeitslosigkeit in Deutschland betrifft vor allem Ältere und Geringqualifizierte

Langzeitarbeitslosigkeit ist eine der größten Herausforderungen für jeden Arbeitsmarkt: Je länger eine Person ohne Arbeit bleibt, desto schwerer wird es, in einem neuen Job Fuß zu fassen.  Das geht aus einer Studie der Bertelsmann Stiftung hervor.


Älterer Mann schaut aus dem Fenster
Foto: Ricardo Reitmeyer

Im EU-Vergleich ist die Quote von langfristig Erwerbslosen in Deutschland niedrig. Für deutsche Langzeitarbeitslose ist der Wiedereinstieg aber oft besonders schwer. Betrug die Langzeitarbeitslosenquote im Jahr 2008 noch 3,7 Prozent, ist sie 2015 auf 1,9 Prozent gefallen. Damit ist Deutschland das einzige EU-Land, in dem die Langzeitarbeitslosigkeit seit dem Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise deutlich gesunken ist.

Trotz der guten Ergebnisse zeigt die Studie, dass deutsche Langzeitarbeitslose kaum vom Beschäftigungsaufschwung profitieren und sind im EU-Vergleich älter und besonders lange ohne Arbeit. So ist der relative Rückgang der Langzeitarbeitslosenquote seit 2012 vor allem auf die steigende Beschäftigung in Deutschland zurückzuführen.

Der Anteil Langzeitarbeitsloser an allen Arbeitslosen ist in Deutschland noch immer hoch: Mehr als jeder dritte Arbeitslose in Deutschland ist langzeitarbeitslos (Anteil: 43,1 Prozent, 796.000 Personen). Mehr als ein Viertel der deutschen Langzeitarbeitslosen (26 Prozent) ist älter als 55 Jahre. Zwei Drittel der deutschen Langzeitarbeitslosen sind bereits seit mehr als zwei Jahren ohne Arbeit. Fast jeder dritte Langzeitarbeitslose ist geringqualifiziert. Hinzu kommen weitere persönliche Vermittlungshemmnisse wie gesundheitliche und soziale Einschränkungen.

Eine zentrale Schlussfolgerung der Studie lautet: Die Politik des Förderns und Forderns stößt beim "harten Kern" der Langzeitarbeitslosigkeit in Deutschland an ihre Grenzen. Neben einer intensiven persönlichen Betreuung durch entsprechend qualifizierte Fachkräfte in den Jobcentern, brauche es mehr Möglichkeiten, schwer vermittelbare Langzeitarbeitslose durch öffentlich geförderte Beschäftigung wieder an den Arbeitsmarkt heranzuführen. Dabei müsse außer der Erwerbsintegration auch das Ziel der sozialen Teilhabe im Vordergrund stehen.

Ausführliche Informationen sind in der Studie "Langzeitarbeitslosigkeit im europäischen Vergleich" nachzulesen.

Link zur Studie

 

 

  
  

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