Soziale Innovation und Bündnisarbeit

Design Thinking: Fachveranstaltung im Social Impact Lab Berlin

25.05.2018

Was sind soziale Innovationen? Wie werden sie entwickelt? Sind soziale Innovationen für die Arbeit der Bezirklichen Bündnisse für Wirtschaft und Arbeit (BBWA) relevant? Diese Fragen beschäftigten die BBWA-Geschäftsstellenvertreter und EU-Beauftragten aus elf Berliner Bezirksämtern im Rahmen der Veranstaltung „Soziale Innovation und Bündnisarbeit“. Zum fachlichen Austausch hatte der Veranstalter zgs consult Anfang Mai in ein Labor für soziales Unternehmertum geladen.


Das Social Impact Lab Berlin bietet Start ups, die mit ihrer Gründung soziale Probleme lösen wollen, vielfältige Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung Ihrer Ideen und der Vernetzung der Gründer*innen untereinander. Das Labor inmitten Kreuzbergs war ein passender Ort, um mit dem Thema Soziale Innovation in Kontakt zu kommen.

Thorsten Jahnke, der Standortleiter des Labors, erklärt zum Auftakt in seiner Präsentation, was unter Innovation zu verstehen ist, wie sich soziale von unternehmerischer Innovation unterscheidet und wie soziale Innovationen entstehen. Die Teilnehmenden erfuhren, dass Soziale Innovation den zukünftigen Nutzer und potenzielle Kooperationspartner von Beginn an stark einbindet.

Unter der Vielzahl der Methoden zur Entwicklung sozial innovativer Lösungen kommt insbesondere eine zur Anwendung: die Design Thinking Methode. Die kurze Darstellung des 6-stufigen Prozesses machte den Teilnehmenden deutlich, worauf es bei der Innovationsentwicklung vor allem ankommt - der Nutzer steht bei allen Überlegungen im Mittelpunkt, Lösungen werden in interdisziplinäre Teams entwickelt und es gilt mit Freude zu experimentieren und Fehler zu machen.

Um einen Entwicklungsprozess auch praxisnah zu erleben und für die eigene Beratung zu profitieren, absolvierten die Teilnehmenden nach dem Vortrag im Schnelldurchlauf einen Design Thinking Prozess. In Zweierteams sollte ein Raum entworfen und modellhaft umgesetzt werden, der für die Entwicklung innovativer Ideen wie geschaffen ist. Die Anwesenden hatten nur eine Stunden Zeit, um die fünf der sechs Schritte des Design Thinking Prozesses zu durchlaufen.

Die Partner interviewten sich zunächst gegenseitig, um zu verstehen, wie ein idealer Raum aus der Sicht des Gegenübers gestaltet sein müsste. Anschließend sollte jeder Teilnehmende einen Prototypen des Raumes bauen, der der Vorstellung des Partners entsprach. Der Prototypbau im frühen Stadium der Entwicklung soll dazu dienen, die eigene Idee am Nutzer zu testen, sein Feedback einzuholen, um im Idealfall gezielt Verbesserungen vornehmen zu können. Für den Bau eines Mini-Prototypen stand den Teilnehmenden viel Material, aber wenig Zeit zur Verfügung – spürbar wurde, Innovation verlangt im Entwicklungsstadium keine Perfektion.

Viel Material, aber wenig Zeit.

Die Veranstaltung machte deutlich, dass die Haltung und die Vorgehensweise im Design Thinking Prozess ungewohnt und entgegen den eigenen Arbeitsgewohnheiten ist. Die Prinzipien der Fehlerfreundlichkeit, des visuellen Arbeitens und des Arbeitens in multidisziplinären Teams war für die Anwesenden gewöhnungsbedürftig und warf abschließend Fragen zur Umsetzbarkeit im eigenen Arbeitskontext auf. Was vom neuen Wissen hilfreich für die eigene Arbeit ist, welche Innovationsaspekte für den Bündnisansatz nützlich sind und ob damit soziale Herausforderungen in den Bezirken zukünftig besser zu lösen – das ist sicherlich Stoff für weitere Bündnistreffen.

 

  
  

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