Neukölln: Neu_Raum konstruiert und produziert modulare Stadtmöbel

22.11.2018

Teilnehmer*innen erhalten in ihrer Freizeit berufsspezifische Einblicke zu den Arbeitsfeldern Technisches Zeichnen (Computer Aided Design), Holzbearbeitung/Möbelbau oder Medien und Kommunikation. In Lehrwerkstätten wird berufsspezifisches Know-How fachkundig vermittelt. In einem integrierten Konstruktionsprozess werden gemeinnützige Güter hergestellt.


Das PEB-Projekt Neu_Raum leistet einen Beitrag zur Förderung der sozialen Integration und Beschäftigungsfähigkeit von besonders arbeitsmarktfernen Personen in Neukölln. Methodisch ist es das Ziel, sie in ihrem Lebensumfeld anzusprechen, ihnen Kenntnisse und Kompetenzen zu vermitteln, individuelle Perspektiven aufzuzeigen und gesellschaftliche Anerkennung zu initiieren. Berufliche Qualifizierung wird in diesem Modellprojekt heranführend und ganzheitlich angegangen und mithilfe folgender drei Bausteine umgesetzt:

(A) Integrierte Lehrwerkstätten: Teilnehmer*innen erhalten in ihrer Freizeit berufsspezifische Einblicke zu den Arbeitsfeldern Technisches Zeichnen (Computer Aided Design), Holzbearbeitung/Möbelbau oder Medien & Kommunikation. In Lehrwerkstätten wird berufsspezifisches Know-How fachkundig vermittelt. Dieses Wissen wird dort wiederum anhand eines parallel stattfindenden, integrierten Konstruktionsprozesses von „gemeinnützigen Gütern“ praktisch und kontinuierlich vertieft. Die hergestellten Güter sind gemeinnützig, da sie sich auf konkrete Nachbarschaften (und deren Akteure) in Neukölln beziehen und darüber hinaus für öffentliche Aktivitäten und Veranstaltungen zur Verfügung stehen.

Neukölln: Stadtmöbel im Einsatz

Was sind das für „gemeinnützige Güter“?

Teilnehmende der Lehrwerkstatt: Technisches Zeichnen erstellen mithilfe von marktüblicher Software technische Zeichnungen von einem bestimmten Stadtmöbel-System und verorten dieses anhand von Lageplänen in ausgewählten Situationen des öffentlichen Raums in Neukölln.

Teilnehmende der Lehrwerkstatt: Holz-/Möbelbau stellen entsprechend der technischen Zeichnungen das mobile Stadtmöbel-System her und vertiefen ihre Kenntnisse anhand der Produktion einer zur nachbarschaftlichen Verwendung erforderlichen Anzahl von Stadtmöbel-Modulen.

Teilnehmende der Lehrwerkstatt: Medien und Kommunikation erarbeiten mediale Produkte zur Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit des Projekts und insbesondere zur nachbarschaftlichen Vermarktung und Benutzung der Stadtmöbel durch Einrichtungen in Neukölln.

(B) Coaching-Programm: Durch systemisches Einzel-Coaching, Praxis-Beratung und Lehrgänge zum Thema Arbeitsmarkt & Bewerbungstraining sind, je nach individueller Ausgangssituation bei dem einzelnen Teilnehmenden, Hürden der Beschäftigungsfähigkeit identifiziert, bestimmte Kompetenzen und Möglichkeiten der Teilhabe an Beschäftigung hergestellt bzw. erhöht worden. Die Stärkung von Selbstvertrauen und Persönlichkeit sowie die intensive Auseinandersetzung mit den individuellen Bedarfslagen der Teilnehmenden steht hier stets im Fokus. Ergänzend dazu entstehen umfassende Profil-Portfolios, welches wiederum bei Bedarf an Unternehmen weitergereicht werden können.

(C) Nachbarschaft & Mentoring: Durch eine mit den Teilnehmenden und lokalen Netzwerkpartnern (Einrichtungen, Initiativen, Vereine etc.) koordinierte Planung bzw. Teilnahme an Aktivitäten eröffnen sich den Teilnehmenden Möglichkeiten der Begegnung, der sozialen Anerkennung und der persönlichen Vernetzung in ihrem konkreten Lebensumfeld. Soziale Kompetenzen werden so im nachbarschaftlichen Mentoring-Prozess ganz beiläufig trainiert.

Denn die in den Lehrwerkstätten geschaffenen Stadtmöbel-Module sind so konzipiert, dass sie durch Bedienbarkeit, Stapelung und Kombination den vielfältigsten Ansprüchen – z. B. Bühne, Sitzgelegenheit bis hin zu Ausstellungstafeln – in den Nachbarschaften Neuköllns gerecht werden und somit eine Vielzahl von Nutzungen und Begegnungen ermöglichen.

Das PEB-Projekt "Neu_Raum – Neuköllner Raum für Orientierung und Teilhabe“ wird gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales im Rahmen der Bezirklichen Bündnisse für Wirtschaft und Arbeit.

Durchgeführt wird das Projekt von der EmPATI gGmbH.

 

  
  

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