Mitgestalten statt ausgrenzen – Kompetenzen für eine inklusive Arbeitswelt

Mitgestalten statt ausgrenzen – Kompetenzen für eine inklusive Arbeitswelt
Bezirk
Mitte
Träger
Fabrik Osloer Straße gGmbH
Osloer Str. 12
13359 Berlin
Deutschland
Projektadresse
Mitgestalten statt ausgrenzen – Kompetenzen für eine inklusive Arbeitswelt
Demokratie in der Mitte/ Osloer Straße 12.
13359/Berlin
Deutschland
Kontakt / Ansprechpartner*in
Tugba Kiratli Spriewald
Projektleitung der Demokratie in der Mitte
030 – 495 005 26
017647126751
Fabrik Osloer Straße gGmbH
Laufzeit:01.02.2026-31.07.2026
Förderprogramm:LSI 2025/2 (Entwicklungsprojekte)
Beantragte Fördersumme:48.938,42
Kurzbeschreibung

 

Mitgestalten statt ausgrenzen – Kompetenzen für eine inklusive Arbeitswelt

Viele Menschen erleben systematische Ausgrenzung – bedingt durch Sprache, Herkunft, Aufenthaltsstatus oder institutionelle Barrieren. Ihre nicht-linearen Lebensläufe, etwa geprägt durch Migration, Flucht oder umfangreiche Sorgearbeit, werden häufig nicht anerkannt. Gleichzeitig fehlt es vielen an Antidiskriminierungskompetenzen, die ihnen helfen würden, diskriminierende Situationen zu erkennen, sich sicher zu positionieren und ihre Rechte wahrzunehmen.

Genau hier setzt das Projekt an: In einer mehrstufigen Schulung erwerben die Teilnehmenden grundlegende und praxisnahe Antidiskriminierungs- und Diversitätskompetenzen – Fähigkeiten, die in der sozialen Arbeit und in einer vielfältigen Arbeitswelt zunehmend an Bedeutung gewinnen. Durch gemeinsamen Erfahrungsaustausch und reflektierende Gruppenprozesse werden strukturelle Ausschlüsse sichtbar gemacht und konkrete Werkzeuge für mehr gesellschaftliche Teilhabe entwickelt.

Ziel ist es, das Selbstvertrauen der Teilnehmenden zu stärken, diskriminierende Strukturen klar benennen zu können und nachhaltige Wege in Richtung Beschäftigung, Bildung und gesellschaftlicher Mitgestaltung zu eröffnen.

Zielgruppe

 

Die Hauptzielgruppe des Projekts sind Menschen, die derzeit keiner formellen Beschäftigung nachgehen, jedoch bereits aktiv zur sozialen Infrastruktur des Bezirks beitragen – etwa als Ehrenamtliche, Übungsleiterinnen, Praktikantinnen oder engagierte Nachbar*innen. Das Projekt richtet sich an Personen, die einen erschwerten Zugang zu sozialer Teilhabe und Beschäftigung haben, insbesondere aus folgenden Gruppen:

  • Arbeits- und Erwerbslose
  • Teilnehmende an Eingliederungsmaßnahmen
  • Prekär Beschäftigte, z. B. befristet Angestellte in sozialen Einrichtungen oder Übungsleiter*innen
  • Geringqualifizierte sowie Menschen mit unterbrochenen Bildungsbiografien
  • Migrantinnen und Migranten
  • Alleinerziehende und Personen mit umfangreicher Care-Verantwortung

Viele dieser Menschen verfügen über wertvolle Erfahrungs- und Handlungskompetenzen, sind jedoch aufgrund sprachlicher, sozialer oder institutioneller Barrieren von stabiler Beschäftigung ausgeschlossen. Das Projekt setzt genau hier an und richtet sich gezielt an Personen, die Interesse an sozialem Engagement oder einer Tätigkeit im sozialen Bereich mitbringen – häufig auch, weil sie selbst von Diskriminierungs- oder Ausschlusserfahrungen betroffen sind.

Ziel des Projekts ist es, die Teilnehmenden zu stärken, ihre Potenziale sichtbar zu machen und ihnen neue Perspektiven zu eröffnen. Sie sollen ermutigt werden, Schritte in Richtung gesellschaftlicher Teilhabe, Qualifizierung oder Beschäftigung zu gehen.

Beabsichtigte Ergebnisse und Wirkungen

 

Die Entwicklungspartnerschaft verfolgt eine mehrstufige, strukturiert aufgebaute und wirkungsorientierte Methodik zur Erarbeitung eines tragfähigen Modellkonzepts zur Vermittlung von Antidiskriminierungskompetenzen.

1. Partizipative Bedarfs- und Umfeldanalyse

2. Co‑kreative Entwicklung und Erprobung erster Prototypen

3. Multiperspektivischer Austausch

4. Entwicklung eines Modellkonzepts mit klarer Wirkungslogik

5. Abschlussphase und Transfer

 

Zum Ende der Entwicklungsphase sollen in der Fabrik Osloer Straße e. V. sowie im Moabiter Ratschlag e. V. unterschiedliche Gruppen gezielt angesprochen werden. Durch eine niedrigschwellige Ansprache werden ihre Bedarfe erhoben, die in die Erstellung der Teilnehmendenprofile für das Modellprojekt einfließen. Auf dieser Grundlage werden anschließend die Formate und Maßnahmen des Modellprojekts entwickelt.

Entwicklungspartner und wichtigste Kooperationspartner

 

1. Fabrik Osloer Straße e. V.

(Antragstellender Träger / Projektkoordination)

Rolle und Beitrag:

  • Gesamtsteuerung und Projektkoordination
  • Inhaltliche und konzeptionelle Entwicklung
  • Moderation partizipativer Prozesse
  • Dokumentation und Qualitätssicherung
  • Öffentlichkeitsarbeit und Wissenstransfer

Relevanz:
Die Fabrik Osloer Straße ist seit vielen Jahren im Soldiner Kiez verankert und verfügt über umfassende Erfahrung in der diversitätsorientierten Bildungsarbeit, in Empowermentprozessen sowie in der sozialraumbezogenen Integration marginalisierter Gruppen. Diese Expertise bildet die Grundlage für die konzeptionelle Entwicklung des Modellprojekts.

2. Moabiter Ratschlag e. V.

(Zivilgesellschaftlicher Kooperationspartner)

Rolle und Beitrag:

  • Einbindung eigener Zielgruppen, insbesondere aus Moabit West
  • Co-Moderation von Gruppen- und Bildungsformaten
  • Transfer von Erfahrungen aus der Stadtteilarbeit
  • Rückkopplung mit weiteren Einrichtungen und lokalen Netzwerken

Relevanz:
Der Moabiter Ratschlag ist ein zentraler Akteur der Nachbarschafts- und Familienarbeit. Mit seiner langjährigen Erfahrung in der niedrigschwelligen Ansprache von Menschen in prekären Lebenslagen – darunter Ehrenamtliche, Honorarkräfte und Praktikant*innen – trägt er entscheidend zur Erreichbarkeit der Zielgruppe und zur sozialräumlichen Verankerung des Projekts bei.

3. Bezirksamt Mitte von Berlin

(Kommunaler Partner)

Rolle und Beitrag:

  • Fachliche Unterstützung durch die Beauftragte Person für Queer und Antidiskriminierung
  • Beratung bei der Bedarfsanalyse und Konzeptentwicklung
  • Strategische Vernetzung innerhalb der Verwaltung

Relevanz:
Das Bezirksamt ist ein zentraler Akteur in den Bereichen Diversity, Antidiskriminierung und Integration. Es fungiert als kommunaler Multiplikator und gewährleistet die strukturelle Anbindung sowie die Weiterentwicklung der im Projekt erarbeiteten Ansätze – auch über die Projektlaufzeit hinaus.