Kiez@Work: Neue Perspektiven durch starke Vorbilder

Junge Erwachsene im Alter von 25 bis 35 Jahren in Berlin-Spandau stehen beim Zugang zum ersten Arbeitsmarkt vor vielfältigen Herausforderungen. Fehlende Berufsabschlüsse, unterbrochene Erwerbsbiografien sowie soziale und gesundheitliche Belastungen erschweren den Einstieg zusätzlich. Häufig wirken auch negative Erfahrungen und verfestigte Glaubenssätze hemmend auf die berufliche Entwicklung.

Das ESF+-Modellprojekt Kiez@Work des ESF+-Förderinstruments Lokal-Sozial-Innovativ, umgesetzt vom Gemeinwesenverein Heerstraße Nord e. V., setzt genau hier an. Auf Grundlage der Systemischen Interaktionstherapie (SIT) werden individuelle Denk- und Verhaltensmuster reflektiert und weiterentwickelt. Ziel ist es, Selbstverantwortung und Selbstwirksamkeit zu stärken und neue berufliche Perspektiven zu eröffnen.

Dabei setzt das Projekt gezielt auf die Wirksamkeit starker Vorbilder aus dem Kiez, die im Projekt als „Peers“ eine wichtige Funktion haben. Ihre eigenen Wege zurück in Arbeit – mit Brüchen, Umwegen und zweiten Chancen – machen Entwicklung erfahrbar.

Nach dem Projektstart im November 2025 lag der erste Fokus darauf, ein multiprofessionelles Projektteam zusammenzustellen und arbeitsfähig zu werden. Das Team vereint unterschiedliche Perspektiven und Kompetenzen aus Sozialarbeit, Theaterpädagogik, Sozialmanagement und Coaching sowie volkswirtschaftlicher Expertise. Jedes Teammitglied übernimmt dabei klar definierte Aufgabenbereiche.

Seit Januar 2026 konnten zudem Peers aus dem Lebensumfeld der Teilnehmenden gewonnen werden, die als wichtige Bezugspersonen dafür stehen, wie zweite oder dritte Anläufe in den ersten Arbeitsmarkt gelingen können. Parallel begann die Ansprache und Identifizierung geeigneter Teilnehmender.

Ein wichtiger Meilenstein war der Projekt-Kick-off am 27. Februar 2026 mit 13 Teilnehmenden im Stadtteilzentrum Staakentreff. In einem partizipativen Format wurden erste Inhalte und Schwerpunkte für das Projektjahr gemeinsam erarbeitet.

In Kooperation mit dem Jobcenter Spandau fand am 17. März 2026 eine Informationsveranstaltung mit besonderem Fokus auf weibliche, alleinerziehende Klientinnen statt. Auch aus diesem Kontext konnten weitere Teilnehmerinnen für das Projekt gewonnen werden.

Aktuell legt die Projektgruppe neben gemeinschaftsstärkenden Aktivitäten – wie einem Besuch eines Basketballspiels von ALBA Berlin sowie einer Veranstaltung im Friedrichstadt-Palast – einen Schwerpunkt auf Bewegung, Sport und gesunde Ernährung. Flankierend werden schrittweise individuelle Kompetenzen erfasst und erste Einzelcoachings durchgeführt.

Zur Förderung von Verbindlichkeit und klaren Erwartungen werden gemeinsam mit den Teilnehmenden Kooperationsvereinbarungen entwickelt. Projektteam, Peers und Teilnehmende haben sich damit auf einen gemeinsamen Lern- und Entwicklungsprozess begeben, der von Vertrauen und kontinuierlichem Lernen geprägt ist.

Kiez@Work wird im Rahmen des Bezirklichen Bündnisses für Wirtschaft und Arbeit Spandau (BBWA Spandau) umgesetzt.