Ankommen und Bleiben – Wohnraum für besonders schutzbedürftige Geflüchtete in Friedrichshain-Kreuzberg

Ankommen und Bleiben - Wohnraum für besonders schutzbedürftige Geflüchtete in Friedrichshain-Kreuzberg
Bezirk
Friedrichshain-Kreuzberg
Träger
XENION Psychosoziale Hilfen für politisch Verfolgte e.V.
Dudenstr. 78
10965 Berlin
Deutschland
Projektadresse
10115 Berlin
Deutschland
Kontakt / Ansprechpartner*in
Anna Stammnitz
Projektleitung
004930880667387
004915203038021
XENION e.V.
Laufzeit:01.12.2025-31.05.2026
Förderprogramm:LSI 2025/2 (Entwicklungsprojekte)
Beantragte Fördersumme:46.108,40
Kurzbeschreibung

Wie kann es gelingen, besonders schutzbedürftige geflüchtete Menschen schneller aus Sammelunterkünften in selbstbestimmte Wohnverhältnisse zu bringen und ihnen nachhaltige Teilhabe zu ermöglichen? Mit dem Entwicklungsprojekt „Ankommen und Bleiben“ wird im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ein innovativer Ansatz erarbeitet, der genau an dieser Schnittstelle ansetzt: strukturell, partizipativ und gemeinsam mit den relevanten Akteur:innen vor Ort. Hierzu zählen insbesondere die bezirklichen und wissenschaftlichen Entwicklungspartner des Projekts, das Partizipationsbüro Friedrichshain-Kreuzberg sowie die Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Sozialwissenschaften. Darüber hinaus besteht ein fachlicher Austausch mit bezirklichen Akteuren wie dem Stadtentwicklungsamt, dem Amt für Soziales, der Sozialen Wohnhilfe, der Sozialraumorientierten Planungskoordination und der Beratungsstelle Wohnscouting. 

Zielgruppe

Das Projekt richtet sich an besonders schutzbedürftige Geflüchtete, die trotz bestehender Wohnberechtigung häufig über viele Jahre in Unterkünften verbleiben und mit erheblichen Hürden beim Zugang zu regulärem Wohnraum konfrontiert sind. Ziel ist es, ein sozial-innovatives Modellkonzept zu entwickeln, das neue Wege der Wohnraumversorgung eröffnet und bestehende Ansätze weiterentwickelt.

Im Zentrum steht die Hypothese, dass selbstbestimmtes Wohnen in direkten Mietverhältnissen – kombiniert mit freiwilliger, bedarfsorientierter Unterstützung – zu besseren Voraussetzungen für soziale Teilhabe, gesundheitliche Stabilisierung und Integration in Bildung und Arbeitsmarkt führt als die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften.

Beabsichtigte Ergebnisse und Wirkungen

Grundlage des Entwicklungsprojektes ist ein multiperspektivischer und partnerschaftlicher Entwicklungsprozess: Statt fertige Modelle zu übertragen, werden bezirklich relevante Bedarfe, Erfahrungen und Perspektiven erhoben und ausgewertet. Methodisch verbindet das Projekt qualitative Interviews mit besonders schutzbedürftigen Geflüchteten, sozialräumliche Analysen, Fachgespräche sowie partizipative Formate. Ziel ist es, strukturelle Hürden zu identifizieren und darauf aufbauend ein gemeinschaftlich getragenes, umsetzbares und auf andere Kontexte übertragbares Modell zu entwickeln, das langfristig zur Verbesserung der Wohnsituation von geflüchteten Menschen und zu ihrer gesellschaftlichen Teilhabe beiträgt.

Die gewonnenen Erkenntnisse werden methodisch aufbereitet und an relevante Stakeholder im Bezirk kommuniziert. Sie bilden die Grundlage für die Beantragung eines anschließenden Modellprojekts, das den entwickelten sozial-innovativen Lösungsansatz mit Teilnehmenden erprobt und ihn auf seine Übertragbarkeit in andere Kontexte hin überprüft. Mit „Ankommen und Bleiben“ entsteht somit ein konzeptioneller Rahmen für neue Wege der Wohnraumversorgung im Bezirk – mit dem Ziel, strukturelle Barrieren abzubauen, Teilhabe zu stärken und langfristige Perspektiven für besonders schutzbedürftige geflüchtete Menschen zu schaffen. 

Das Entwicklungsprojekt läuft zunächst bis Ende Mai 2026.

Entwicklungspartner und wichtigste Kooperationspartner

Das Projekt wird von XENION e. V. in enger Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg als kommunalem Partner (Partizipationsbüro) sowie wissenschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Partnern umgesetzt. Wissenschaftlicher Partner ist das Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin (HU). Ergänzt wird die Entwicklungspartnerschaft durch eine Vielzahl weiterer lokaler Akteur:innen, mit denen XENION vernetzt ist. Dazu zählen unter anderem die bezirkliche Wohnraumberatung „Wohnscouting“, der Fachbereich Stadtentwicklung und Soziales sowie verschiedene Gemeinschaftsunterkünften im Bezirk. Alle Partner*innen bringen unterschiedliche Ressourcen ein – in Form von Fachwissen, lokalen Netzwerken, Zugang zur Zielgruppe oder operativer Erfahrung – und sind aktiv an der partizipativen Entwicklung des Modellkonzepts beteiligt.