
Das Modellprojekt IGA richtet sich an EU-Migrant*innen, die keinen Zugang in das System der sozialen Sicherung haben und wohnungslos oder von Wohnungslosigkeit bedroht sind. Ziel des Projektes ist die nachhaltige Integration in gute Arbeit und die gemeinsame Adressierung von Wohnungslosigkeit, Arbeitslosigkeit bzw. prekärer Arbeit und Überausbeutung. Hierbei werden ausdifferenzierte Interventionsansätze in den Bereichen „Arbeit, Arbeitsrechte und Arbeitsmarktintegration“, „Existenzsicherung und Unterbringung“ und „Orientierungsberatung und Begleitung bei der Alltagsbewältigung“ umgesetzt. Die Maßnahmen sind niedrigschwellig, mehrsprachig und individuell auf den Fall abgestimmt. Verbunden mit einer umfangreichen Netzwerkarbeit und der gezielten Adressierung von Arbeitgeber*innen entsteht ein innovativer, übertragbarer Modellansatz zur Unterstützung besonders vulnerabler Zielgruppen.
EU-Migrant*innen, die keinen Zugang in das System der sozialen Sicherung haben und wohnungslos oder von Wohnungslosigkeit bedroht sind
Das Projekt wäre in vollem Umfang erfolgreich, wenn die Teilnehmer*innen nach und aufgrund der Teilnahme selbstständig auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt agieren können, ihr Lebensunterhalt durch Erwerbseinkommen gesichert ist und sie eine eigene, mietvertraglich abgesicherte, adäquate Unterkunft anmieten konnten. Dabei wird Erwerbsarbeit nicht als bloßes Mittel der Aktivierung verstanden, sondern als zentrales Element gesellschaftlicher Teilhabe.
Das Projekt reagiert auf die Erkenntnisse des vorausgegangenen Entwicklungsprojektes und den strukturellen Ausschluss der Zielgruppe aus dem System der sozialen Sicherung. Hierbei wird der Zusammenhang zwischen Wohnungslosigkeit, (Über-)Ausbeutung bzw. prekärer Arbeit und Arbeitslosigkeit gemeinsam adressiert. Insbesondere werden dabei im Projektverlauf die folgende Ziele umgesetzt:
- Integration in den Arbeitsmarkt
- Verbesserung der Rechtsposition, insb. auf dem Arbeitsmarkt
- Beendigung der Obdachlosigkeit bzw. Wohnungslosigkeit
Die angestrebten Wirkungen für die Teilnehmenden lassen sich entlang dreier zentraler Bereiche skizzieren:
- Verbesserung der Arbeitsmarktintegration
- Verbesserung der sozialen Lebensverhältnisse
- Verbesserung der Rechtsposition
Im Hinblick auf die angestrebten Wirkungen ist der Kompetenzzuwachs der Teilnehmer*innen in den genannten Bereichen das zentrale Mittel zur Erreichung der Projektziele.
Insbesondere sind Kooperationen mit den folgenden Stellen hervorzuheben:
- Amt für Soziales des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg: s.u.
- Arbeit und Leben Berlin-Brandenburg gGmbH: Zusammenarbeit im Kontext der arbeitsrechtlichen Beratung von Migrant*innen im Land Berlin
- Berliner Beratungsstelle Berufskrankheiten: Zusammenarbeit bei geeigneten Fällen
Folgende Institutionen engagieren sich im begleitenden Projektbeirat:
- Arbeit und Leben Berlin-Brandenburg gGmbH: s.o.
- Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V.: Unterstützung beim Transfer der Projektergebnisse
- Soziale Wohnhilfe, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg: Unterstützung bei der Realisierung von Unterbringungsansprüchen und ggfs. der Organisation weiterführender Hilfen entsprechend §§ 67 ff. SGB XII
- Beauftragte für Gute Arbeit, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg: Unterstützung bei der Implementierung des Leitprinzips “Gute Arbeit” und beim bezirklichen Transfer
- DGB Regionalgeschäftsstelle Berlin: Unterstützung bei der Implementierung des Leitprinzips “Gute Arbeit” und dem Transfer
- Friedrichshain-Kreuzberger Unternehmerverein e.V.: Unterstützung bei der Netzwerkarbeit
- Jobcenter Friedrichshain-Kreuzberg: Unterstützung durch die Expertise im Kontext Arbeitsmarktintegration von Migrant*innen
- Professur für Sozialpolitik, Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin: Unterstützung in der Projektausgestaltung und kritisch-reflexive Begleitung des Transfers
- BeWiM, Verein für Berliner Stadtmission: Unterstützung durch die Expertise eines anderen Trägers der Wohnungslosenhilfe
