

Das geplante Modellprojekt verfolgt einen ganzheitlichen, sozial-innovativen Ansatz zur Verbesserung der Lebenssituation und Teilhabe von besonders benachteiligten Gruppen im Sozialraum rund um den Schäfersee. Es basiert auf Datenerhebungen und gemeinsamer Konzeptarbeit im vorhergehenden Entwicklungsprojekt, schließt eine bestehende Angebotslücke im Sozialraum und reagiert konkret auf identifizierte Bedarfe. Das Kernziel des Modellkonzeptes ist die Entwicklung eines integrativen Sozialraums, der nicht auf Verdrängung, sondern auf Teilhabe setzt. Es sollen neue Begegnungs- und Aufenthaltsräume geschaffen und bestehende Barrieren – sowohl sozial als auch infrastrukturell – abgebaut werden. Das Projekt wird in zwei Phasen umgesetzt:
• Phase 1: Aufbau eines freiwilligen Nachbarschaftsteams Engagierte Anwohner*innen werden aktiviert, begleitet und qualifiziert, um als Brücke zur prekären Zielgruppe zu wirken. Unterstützt durch eine Koordinationsstelle (Freiwilligenkoordination)entstehen erste Ideen, Formate und Aktivitäten (Frühstückstreffen, Nachbarschaftsfeste, Workshops etc.). Die Teilnehmenden aus der Nachbarschaft bilden eine Gemeinschaft und erlangen zusätzliche Kompetenzen durch das Engagement und die begleitende Qualifizierung.
• Phase 2: Umsetzung zielgruppenspezifischer Angebote & soziale Integration Die zweite Phase fokussiert sich auf niedrigschwellige Begegnungs- und Beschäftigungsangebote, die von dem Nachbarschaftsteam und der Freiwilligenkoordination gemeinsam mit den vulnerablen Gruppen entwickelt und durchgeführt werden. Ziel ist, sowohl Tagesstruktur als auch soziale Anbindung zu schaffen. Neben kreativ-praktischen Formaten (z. B. Flohmarkt, Kochprojekte, Spritzensammelaktionen) sind auch begleitende Unterstützungs- und Beratungsangebote geplant.
Die Rolle der Freiwilligenkoordination ist im gesamten Projektzeitraum zentral: Sie vernetzt Akteure, koordiniert die Ehrenamtlichen, führt Öffentlichkeitsarbeit durch und sichert die Verstetigung.
Im Zuge der anstehenden baulichen Umgestaltung des Franz-Neumann-Platzes wird sich das Modellprojekt räumlich verstärkt auf umliegende Orte wie den Lettekiez, die Residenzstraße oder die Stargardtstraße verlagern. Die konkrete Verortung hängt auch davon ab, wo das kooperierende Foodtruck-Projekt der Berliner Help Stiftung seinen Standort findet – denn genau dort wird das LSI-Modellprojekt inhaltlich andocken und seine Aktivitäten entfalten.
Im Zentrum stehen die gezielte Vernetzung und Aktivierung zweier Zielgruppen:
• Nachbar*innen, insbesondere jene, die von Armut und/oder Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind
• Menschen mit Suchtproblemen sowie obdach- und wohnungslose Personen, die aktuell kaum Zugang zu gesellschaftlicher Teilhabe haben
Aus jeder Zielgruppe werden 15 Teilnehmende für das Projekt gewonnen, sodass wir in dem zweijährigen Modellprojekt insgesamt 30 Personen direkt erreichen. Zusätzlich werden indirekte Effekte für die gesamte Nachbarschaft generiert.
Das Modellprojekt setzt dabei auf Empowerment, Beteiligung und niedrigschwellige Zugänge. Die Maßnahmen zielen nicht auf kurzfristige Hilfen, sondern auf die nachhaltige Verbesserung von Lebenslagen, Integration und sozialem Zusammenhalt.
Das Modellprojekt unterscheidet sich bewusst von klassischer Straßensozialarbeit: Es setzt auf Co-Creation, Ressourcenaktivierung und die Verbindung von zivilgesellschaftlichem Engagement und professioneller Sozialarbeit.
Zentrale Wirkungen sind:
• Stärkung der sozialen Teilhabe vulnerabler Gruppen
• Aufbau tragfähiger Strukturen im Sozialraum
• Verbesserung des Sicherheitsgefühls aller Nutzergruppen
• Stärkung der persönlichen und beruflichen Kompetenzen der Zielgruppen
• Förderung bürgerschaftlichen Engagements
• Erprobung von Best-Practice-Formaten zur Übertragbarkeit auf andere Sozialräume
Ein begleitender Wirkungsmonitoring-Ansatz (z. B. mit der Phineo-Wirkungstreppe) wird zur systematischen Analyse und Weiterentwicklung eingesetzt. Eine Kooperation mit der Alice Salomon Hochschule (ASH) zur wissenschaftlichen Begleitung ist angedacht.
Das Projekt erfüllt folgende zentrale Kriterien sozialer Innovation:
• niedrigschwellig, partizipativ, strukturwirksam – nicht nur für die Zielgruppe, sondern gemeinsam mit ihr
• kreative Kombination bestehender Ansätze (z. B. Co-Creation, freiwilliges Engagement, mobile Beratung)
• Pilotcharakter mit Übertragbarkeit auf andere Quartiere
• Verbindung von ökologischer Aufwertung (FNP-Umgestaltung) mit sozial nachhaltiger Raumgestaltung
Damit verbinden wir verschiedene Ansätze und Zielgruppen und erproben gemeinsam mit ihnen neue Wege – als partnerschaftliches Modell für einen Sozialraum in Bewegung und eine solidarische Stadtentwicklung.
Das Modellprojekt wird getragen von agens Arbeitsmarktservice gGmbH und der Berliner Help Stiftung. Unterstützt wird es von zahlreichen Partnern, darunter:
• Fixpunkt, Horizonte gGmbH (aufsuchende Sozialarbeit, Beratung)
• Stiftung SPI (Suchthilfe und -prävention)
• QM-Letteplatz (Stadtteilarbeit)
• Parkläufer-Team (Ordnung und Vermittlung)
• Ehrenamtliche aus der Nachbarschaft
• Bildungseinrichtungen wie die VHS, Stiftung Dialog und soziale Gesundheit (M5), Stadtbibliothek und Akademie für Ehrenamt
Das Konzept ist demnach anschlussfähig an bestehende Strukturen und setzt auf Synergien statt Parallelstrukturen. Über einen projektbegleitenden Beirat mit lokalen Expert*innen, Trägern, Verwaltung und Zielgruppenvertretung wird Qualitätssicherung, Wissenstransfer und strategische Weiternutzung sichergestellt.
