

Im Rahmen unseres Projektes "Vielfalt im Dienst" entwickeln wir ein Konzept zur sozialen Inklusion gefährdeter Personengruppen wie geflüchtete und neu zugewanderte Menschen. Ziel ist die Integration in den öffentlichen Dienst in Berlin-Neukölln, wo großer Fachkräftebedarf besteht. Angesichts einer prognostizierten 20- prozentigen Lücke im Fachkräftebedarf bis 2030 wollen wir durch Partnerschaften mit der Bezirksverwaltung und weiteren öffentlichen Arbeitgebern freie Stellen schneller besetzen und einen effizienten Einstieg ermöglichen. Wir fokussieren uns auf relevante Branchen im öffentlichen Dienst, in denen keine deutsche Staatsangehörigkeit erforderlich ist. Berlin-Neukölln bietet durch seine kulturelle Vielfalt sowohl Chancen als auch Herausforderungen bei der Integration. Dieses Projekt fördert Chancengleichheit und bekämpft den Fachkräftemangel durch moderne und inklusive Lösungen im öffentlichen Dienst.
Unsere Zielgruppe umfasst geflüchtete und neu zugewanderte Menschen in Deutschland, von denen ca. 60% langfristig arbeitslos oder unterbeschäftigt sind. Diese Personengruppe steht vor vielfältigen Herausforderungen, darunter Rassismus, soziale Herkunft, Sprachbarrieren, Geschlecht, Religion und körperliche Einschränkungen, die zu wiederholter Diskriminierung führen. Die Rückmeldungen aus unseren Formaten zeigen, dass die Betroffenen stark unter diesen Diskriminierungen leiden und erheblichen Unterstützungsbedarf haben. Unser Vorhaben zielt darauf ab, geflüchtete und neu zugewanderte Menschen dabei zu unterstützen, sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren und die bestehenden Diskriminierungshürden zu überwinden. Durch unsere langjährige Erfahrung seit 2016 in der Zusammenarbeit mit dieser Zielgruppe kennen wir ihre spezifischen Bedürfnisse und Perspektiven genau und können entsprechend auf sie eingehen. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, haben wir strategische Partnerschaften mit Migrant*innenverbänden und Jobcentern aufgebaut. Diese Zusammenarbeit ermöglicht es uns, die Zielgruppe breit zu erfassen und gezielt Unterstützung bei der Integration in den Arbeitsmarkt anzubieten. Unser Ziel ist es, nicht nur den Zugang zu Berufen im öffentlichen Dienst zu erleichtern, sondern auch durch Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen den Zugang zu Berufen in der Verwaltung, im sozialen Bereich, bei Integrations- und Beratungsdiensten sowie in Behörden wie den Bürgerämtern zu fördern. Teil unseres Lösungsansatzes ist es, nicht nur die berufliche Integration, sondern auch die Überwindung von Diskriminierung und die Stärkung der Selbstwirksamkeit der Zielgruppe in den Vordergrund zu stellen. Durch gezielte Maßnahmen und Programme streben wir danach, nachhaltige Veränderungen für die Teilnehmer*innen zu schaffen und sie dabei zu unterstützen, langfristig erfolgreich am Arbeitsmarkt teilzuhaben und ihre Potenziale voll auszuschöpfen.
Entwicklung eines innovativen Integrationskonzepts für den öffentlichen Dienst, Aufbau nachhaltiger Partnerschaften mit öffentlichen Einrichtungen in Neukölln, Schaffung eines effizienten Vermittlungssystems zwischen qualifizierten Bewerber:innen und Arbeitgebern, Beitrag zur Überwindung des Fachkräftemangels und Förderung der Diversität im öffentlichen Dienst.
Von folgenden Wirkungen und Ergebnisse profitieren die Teilnehmenden:
- Gewinn neuer beruflicher Perspektiven sowie Integrationsmöglichkeiten im öffentlichen Dienst in Berlin-Neukölln.
- Teilnahme an einem zukunftsweisenden Projekt zur Förderung von Chancengleichheit und Integration.
- Steigerung der beruflichen Attraktivität durch schnellere Besetzungsprozesse und effizientere Einstiegsoptionen.
- Beitrag zur Überwindung des Fachkräftemangels und Sicherung des Personals im öffentlichen Dienst in Neukölln.
- Persönliche Weiterentwicklung und aktive Mitwirkung bei der sozialen Inklusion gefährdeter Personengruppen.
- Positive Auswirkungen auf die Familie durch stabile Arbeitsverhältnisse und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten in Neukölln.
- Erhöhte Identifikation mit Berlin und dem Bezirk Neukölln durch die Repräsentation unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen in öffentlichen Stellen.
- Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und Förderung der Diversität durch Integration unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen in den öffentlichen Dienst, insbesondere in Neukölln.
Das Entwicklungsprojekt hat wichtige Erkenntnisse für die Integration geflüchteter Menschen in den öffentlichen Dienst gewonnen und dabei sowohl quantitative als auch qualitative Ergebnisse erzielt. Das Projekt begleitete 28 qualifizierte geflüchtete und neu zugewanderte Menschen, die den Versand von 37 Testbewerbungen ermöglichten, und führte eine systematische Ansprache von 15 Abteilungen bei verschiedenen öffentlichen Arbeitgebern sowie über 50 relevanten Hilfsorganisationen in Neukölln durch. Eine stabile Kooperation mit dem Bezirksamt, insbesondere der Koordinierungsstelle für Flucht und Zuwanderung, wurde etabliert. Das Projekt identifizierte strukturelle Hürden wie einen Zielkonflikt zwischen Bestenauslese-Prinzip und positiven Maßnahmen zur Personalgewinnung von Menschen mit Migrationsgeschichte, Kommunikationsbarrieren insbesondere durch die Verwaltungssprache, komplexe formale Anforderungen bei der Dokumentenbeschaffung, die Unterbewertung migrationsgesellschaftlicher Kompetenzen und Mehrsprachigkeit sowie den Mangel an Kenntnis über die Karrieremöglichkeiten für Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit im öffentlichen Dienst. Darauf aufbauend wurden innovative Lösungsansätze erprobt, darunter vereinfachte Stellenbeschreibungen in leichter Sprache und kontinuierliche Kandidat:innen-Betreuung mit festem Pool. Die hohe Resonanz des Projekts bei hochqualifizierten Kandidat:innen bestätigen die Relevanz des Ansatzes und schaffen zusammen mit den erarbeiteten Handlungsempfehlungen eine solide Grundlage für ein Folge-Modellprojekt.
Ein zentraler Partner im Bezirksamt Neukölln ist die Koordinierungsstelle für Flucht und Zuwanderung. Die Unterstützung des Bezirksbürgermeisters betont die Bedeutung unserer Initiative. Durch die Zusammenarbeit mit Güner Yasemin Balci, der Integrationsbeauftragten des Bezirksamts Neukölln, bestehen wertvolle Kontakte zu lokalen Migrant*innenorganisationen und dadurch eine wichtige Verankerung unseres Projekts in der Gemeinschaft.Zusätzlich arbeiten wir mit ProjectTogether und dem Programm "Re:Form" zusammen, das auf die Modernisierung der deutschen Verwaltung abzielt. Diese Partnerschaft ergänzt unsere Bemühungen zur Arbeitsmarktintegration im öffentlichen Dienst. Wir erhalten Unterstützung von städtischen Betrieben wie Kitas und der Berliner Stadtreinigung (BSR), die als potenzielle Arbeitgeber fungieren. Besonders wichtig ist die Kooperation mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW), wo die erste Kohorte einer Weiterbildung für neu zugewanderte Menschen im öffentlichen Dienst abgeschlossen hat. Wir helfen bei der Integration dieser Absolvent*innen auf dem Arbeitsmarkt.Zivilgesellschaftliche Partner wie Brand New Bundestag entwickeln theoretische Ansätze und beeinflussen positive politische Rahmenbedingungen. Gleichzeitig gewinnen wir Erkenntnisse aus unserer Community geflüchteter und zugewanderter Menschen im öffentlichen Dienst, um die Einstellungspraxis zu verstehen. Unsere Hypothese ist, dass geflüchtete und zugewanderte Menschen durch gezielte Maßnahmen Barrieren bei der Integration in den öffentlichen Dienst überwinden können. Eine Kombination aus sprachlicher Förderung, beruflicher Qualifizierung und Sensibilisierung für Diversität soll zur erfolgreichen Integration führen. Unser Untersuchungsgegenstand umfasst die Wirksamkeit dieser Maßnahmen sowie die Identifikation spezifischer Hürden und Unterstützungspotentiale.
