

Das hier beschriebene Projekt stellt ein niedrigschwelliges Angebot für Menschen dar, denen Armut, gesellschaftliche Ausgrenzung und Benachteiligung drohen. Durch zielgerichtete Qualifizierung in Kombination mit kultureller Integration, auf Basis einer zu gestaltenden Broschüre, die ein Thema beinhaltet, das jeden in der Jugend einmal geprägt hat, werden die Chancen der Teilnehmenden auf Verbesserung ihrer beruflichen und sozialen Teilhabe gesteigert.
Dieses Projekt ist so konzipiert, dass auch mit wenig oder geringen Vorkenntnissen eine Mitwirkung erfolgreich möglich ist. Generell ist die Zielgruppe im Kund*innenbereich des Jobcenters zu verorten und häufig von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen. Dabei ist die Ursache nebensächlich, ob es sich nun um Menschen mit Behinderung, Alleinerziehende oder Menschen handelt, die durch Ihre Arbeitslosigkeit von Armut betroffen sind.
Im Verlaufe des Projektes steht die Vermittlung von beruflich nutzbaren Fertigkeiten und Kenntnissen im Fokus:
- die Erweiterung/Auffrischung vorhandener PC-Kenntnisse in der Textverarbeitung, in der Bearbeitung von Fotos etc.
- Erwerb/Verbesserung von Schlüsselqualifikationen (Teamfähigkeit, Kooperationsbereitschaft, Pünktlichkeit, Training von Arbeitsstrategien und -planung) und damit einhergend die Beseitigung von Vermittlungshemmnissen
- Verbesserung der Fähigkeit zur Selbstpräsentation
- Eröffnung des für viele TN neuen Feldes der kulturellen Bildung
Der Träger möchte mit diesem Projekt für Menschen, denen Armut, gesellschaftliche Ausgrenzung und Benachteiligung drohen oder die davon betroffen sind, ein niedrigschwelliges Angebot schaffen, um durch gezielte Qualifikation in Verbindung mit kultureller Bildung ihre Chancen für die Verbesserung ihrer beruflichen und sozialen Integration zu erhöhen. Das ist der Ansatz von Anfang an, seit der Träger 1992 als Beschäftigungsträger im Auftrag des Berliner Senats gegründet wurden.
Teilnehmende (siehe auch Punkt 2.6.2) des Projektes sind vorrangig Langzeitarbeitslose, geringqualifizierte Beschäftigte, Alleinerziehende mit Kindern, aber auch Menschen mit Migrations- bzw. Fluchterfahrung. Das Projekt ist ebenfalls für Menschen mit Behinderung geeignet.
Nach der Kindergartenzeit hat jeder einmal das System „Schule“ durchlaufen. Der Eine mit mehr, der Andere mit weniger Begeisterung. Schule unterliegt dem Wandel der Zeiten. Waren es bis 1990 in der DDR die Polytechnischen Oberschulen die den Weg ins Leben ebneten, begann mit der Wiedervereinigung ein System aus Grundschule, Hauptschule, Realschule sowie Gymnasium. Diese Veränderungen des Systems Schule nimmt der Träger zum Anlass, „Schulgeschichte“ mit den Teilnehmenden zu erkunden. Wie waren die Anfänge des Schulwesens, gab es in Treptow und Köpenick Besonderheiten? In den Heimatkundlichen Museen, aber auch in Heimatvereinen erkunden sie Spuren und motivieren Teilnehmende, sich mit ihrer eigenen Schulvergangenheit zu beschäftigen. So soll es nicht nur um das Sammeln von Fakten und Informationen gehen, sondern soweit möglich um Zeitzeugenbefragungen, die persönlich Erlebtes aus den letzten 70 Jahren einbringen.
Da viele der Teilnehmenden wahrscheinlich Kinder oder Enkelkinder haben, verspricht sich der Träger einen positiven Effekt auf diese Generation. Sie kombinieren Recherchieren, Dokumentieren und Fotografieren zu einer Einheit, indem sie zeigen, welche Möglichkeiten das Internet bietet, was aus einer Fotokamera durch Geschick heraus zu holen ist und wie mit einfachen grafischen Mitteln am Computer ein Gesamtwerk entsteht. Gegenseitige Hilfe ist dabei das A und O.
Hier kann der Träger Erfahrungen aus den letzten sechs Jahren einbringen. Für das im Rahmen der ersten Ausschreibung dieses Programmes, konnten wir mit den Teilnehmenden mit Stand 30.11.2023 bereits eine Struktur erstellen, die sicherstellt, dass wir im April 2024 ein fertiges Werk präsentieren können.
Als Medium wird dabei die Erstellung einer Broschüre dienen. Die Bewältigung dieser Aufgabe wird, je nach individueller Ausgangssituation der einzelnen Teilnehmenden, Wirkung in Bezug auf den Aufbau oder die Erhöhung bestimmter Kompetenzen und die Verbesserung der Teilhabe an Beschäftigung erzeugen. Im besten Fall können Veränderungen des Bewusstseins bzw. der Fähigkeiten, des Handelns oder der persönlichen Lebenslage der Teilnehmenden erreicht werden. Die Durchführung des Projektes sowie der einzelnen Bausteine und die Entwicklung der Teilnehmenden werden dokumentiert, sodass erkennbar wird, welchen Beitrag das Projekt im Zusammenhang mit der Lösung gesamtgesellschaftlicher Problemlagen zu leisten in der Lage ist.
Die Arbeit an der Entwicklung an der Broschüre bietet den Teilnehmenden je nach Fähigkeiten, Erfahrungen und Neigungen unterschiedliche Möglichkeiten, sich in das Projekt einzubringen und gleichzeitig untereinander auszutauschen. Es entsteht innerhalb der Gruppe eine soziale Bindung bei der Lösung einer Aufgabe. Für Langzeitarbeitslose bedeutet es die Rückkehr in einen strukturierten Tagesablauf, für Migrant*innen einen Weg, die deutsche Sprache besser kennenzulernen, andere verbessern ihr IT-Wissen oder lernen den Umgang mit Fototechnik. Recherche führt zur Erweiterung der Kenntnisse von Kunst und unseren Bezirk.
Letztlich bietet das Projekt den teilnehmenden Arbeits- und Erwerbslosen, Geringqualifizierten, prekär Beschäftigten, Migran*innen, geflüchteten Menschen mit der Erstellung der Broschüre die Chance, ihr Selbstwertgefühl zu erhöhen, ihre Fähigkeiten und ihr Wissen zu erweitern und somit dem eigentlichen Ziel der Maßnahme, der Verbesserung ihrer Situation, näherzukommen.
Das Projekt wurde im Juli 2025 erfolgreich abgeschlossen. Alle daran beteiligte Teilnehmenden kamen auf eine Anwesenheitsquote von nahezu 100%. Für jeden Teilnehmenden wurde eine Kompetenzanalyse zu Beginn und kurz vor Ende durchgeführt. Dabei wurde für jeden! Teilnehmenden eine Steigerung des Selbstbewusstsein und ingesamt eine Kompetenzsteigerung festgestellt, die es allen ermöglicht, sich aktiver auf dem Arbeitsmarkt zu bewegen.
Dazu beigetragen hat auch, dass durch den Erhalt des Buches, welches durch die Arbeit der Teilnehmenden entstanden ist, ein Gefühl erzeugt wurde, an etwas Beständigen, etwas Sichtbaren, mitgewirkt zu haben.
Durch Geschäftsstellen in drei Berliner Bezirken hat der Träger in den vergangenen Jahren ein umfangreiches KMU-Netzwerk aufbauen können, das er für die Vermittlung der TN gern nutzen und dankbar von allen Seiten angenommmen wird. Eng verbunden sind sie mit dem Schild e.V - Medienwerkstatt gegen Gewalt und dem TJP e. V., mit denen sie auch inhaltlich sehr viel zusammenarbeiten. Seit vielen Jahren gibt es eine gute Zusammenarbeit mit dem „Sternenfischer - Freiwilligenzentrum Treptow-Köpenick“.
Für Projekte im Kinder- und Jugendbereich arbeiten siepartnerschaftlich seit mehr als 5 Jahren mit dem Kinderring e.V. zusammen und wir sind seit über 10 Jahren Partner der Unfallkasse e.V. in allen Fragen zur Verkehrssicherheit und Unfallprävention.
Der Verein Schild e.V. gab Hilfestellung (kostenlos) bei technischen Fragen (Mediengestaltung), während durch die Unfallkasse Schulungsmaterial zur Verfügung gestellt wurde.
