Finanzbildung für alle Lebenslagen

Finanzbildung für alle Lebenslagen
Bezirk
Mitte
Träger
Bildung4Finance gUG
Schönfließer Str.7
10439 Berlin
Berlin
c/o CHAMPIONS ohne GRENZEN e.V.,
Projektadresse
Deutschland
Kontakt / Ansprechpartner*in
Carolin Gaffron
geschäftsführende Gesellschafterin
015753258486
bildung4finance UG
Laufzeit:01.11.2025-30.04.2026
Förderprogramm:LSI 2025/2 (Entwicklungsprojekte)
Beantragte Fördersumme:49.974,68€
„Illustration zum Thema Finanzbildung: Eine Hand greift nach Orientierung. Begriffe wie Zugang, Kompetenz, Zutrauen und Alltagsnähe stehen für wichtige Voraussetzungen.
Illustration einer großen blauen Hand zum Thema Finanzen. Eine kleine Person steht daneben; der Text beschreibt das Thema als überfordernd und abschreckend
lustration zum Thema Geld: Eine kleine Person sitzt überfordert vor einer großen Treppe, auf der das Wort ‚Geld‘ steht.
Illustration von zwei Frauen* im Gespräch über konkrete Finanzfragen, unter anderem zu ETFs und monatlichen Sparbeträgen
Illustration einer Mutter mit Einkaufstasche und ihrem Kind. Die Sprechblasen thematisieren fehlende Zeit, finanzielle Belastung und den Wunsch nach Finanzbildung
Kleine Illustration mit zwei Figuren und den Begriffen ‚Kapitalismus und Patriarchat‘ sowie ‚des Übels Kern‘
Kurzbeschreibung

Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines alltagsnahen, diskriminierungssensiblen und übertragbaren Konzepts zur Finanzbildung für Frauen*. Der gesamte Erarbeitungsprozess erfolgt gemeinsam mit Entwicklungspartnerinnen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Frauen* in unterschiedlichen Lebenslagen besser erreicht und in ihrer finanziellen Selbstbestimmung gestärkt werden können.

Dazu werden Erfahrungen, Bedarfe und Zugangsbarrieren systematisch erhoben und gemeinsam mit Praxispartnerinnen ausgewertet. Auf dieser Grundlage werden konzeptionelle Ansätze und erste Materialien für Finanzbildungsformate entwickelt und erprobt.

Zielgruppe

Das Projekt richtet sich an Frauen in unterschiedlichen Lebenslagen, die bislang erschwerten Zugang zu Finanzbildung haben. Dazu zählen insbesondere Alleinerziehende, Frauen mit Migrationserfahrung, Frauen mit Sorgeverantwortung sowie berufstätige Frauen mit Unsicherheiten im Umgang mit Geld.

Adressiert werden strukturelle Benachteiligungen wie Care-Arbeit, Einkommensungleichheit, sprachliche Barrieren und fehlende passgenaue Bildungsangebote. Ziel ist es, einen modellhaften Lösungsansatz zu entwickeln, der diese spezifischen Bedarfe berücksichtigt.

Beabsichtigte Ergebnisse und Wirkungen

Durch die Zusammenarbeit der Entwicklungspartnerinnen sollen unterschiedliche fachliche, gleichstellungspolitische und praxisnahe Perspektiven zusammengeführt werden. Beabsichtigt sind ein vertieftes gemeinsames Verständnis der Zielgruppenbedarfe, eine qualitätsgesicherte Konzeptentwicklung sowie die Entwicklung übertragbarer Ansätze für diskriminierungssensible Finanzbildung. Die Entwicklungspartnerschaft stärkt zudem Vernetzung, Wissenstransfer und die langfristige Anschlussfähigkeit der Projektergebnisse.

Erzielte Ergebnisse und Wirkungen

Im Entwicklungsprojekt wurden die Bedarfe, Zugangsbarrieren und Unterstützungsbedarfe von Frauen* mit erschwertem Zugang zu Finanzbildung aus unterschiedlichen Perspektiven untersucht. Interviews, Online-Befragungen, der Austausch mit Multiplikatorinnen und Praxispartnerinnen sowie zwei prototypische Erprobungen im Sozialraum bildeten die Grundlage für die Entwicklung des Modellansatzes.

 

Die Ergebnisse zeigen: Häufig fehlt es nicht an Motivation, sich mit den eigenen Finanzen auseinanderzusetzen. Zentrale Hürden sind vielmehr fehlende Orientierung, begrenzte Zeitressourcen, Unsicherheit sowie Angebote, die nicht ausreichend an den jeweiligen Lebensalltag anschließen. Vertrauen, verständliche Sprache, konkrete Alltagsbezüge und die Möglichkeit, Wissen direkt anzuwenden, haben sich als wichtige Voraussetzungen für einen niedrigschwelligen Zugang erwiesen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass unterschiedliche Lebenslagen flexible Formate erfordern – digital ebenso wie an vertrauten Orten im Sozialraum.

 

Auf dieser Grundlage wurde ein alltagsnaher, diskriminierungssensibler und sozialräumlich verankerter Ansatz für Finanzbildung entwickelt. Er verbindet Wissensvermittlung mit konkreter Umsetzung, Empowerment und längerfristiger Begleitung. Erste Elemente wurden in zwei Finanzbildungsformaten in Familienzentren erprobt. Dabei bestätigte sich insbesondere die Bedeutung vertrauter Orte und Ansprechpersonen, persönlicher Ansprache, Kinderbetreuung und eines offenen Rahmens für die Teilnahme und den Austausch.

 

Als zentrales Ergebnis liegt ein Modellkonzept vor, das diese Erkenntnisse systematisch zusammenführt und als Grundlage für die weitere Erprobung in einem möglichen LSI-Modellprojekt dient. Die Entwicklungspartnerschaft und die Zusammenarbeit mit Akteur*innen im Bezirk haben zugleich die Vernetzung und die sozialräumliche Anschlussfähigkeit des Ansatzes gestärkt.

Entwicklungspartner und wichtigste Kooperationspartner

Zentrale Entwicklungspartnerinnen sind die Gleichstellungsbeauftragte Berlin-Mitte sowie die Koordinierungsstelle Netzwerk für Alleinerziehende (Bezirksverband Awo -Mitte e.V.)  Sie bringen ihre Expertise zu Lebensrealitäten, Bedarfen und strukturellen Benachteiligungen der Zielgruppen ein und unterstützen die partizipative Bedarfsanalyse sowie die konzeptionelle Entwicklung. Weitere Kooperationspartnerinnen aus dem Bezirk Berlin-Mitte tragen durch fachlichen Austausch, Vernetzung und Rückkopplung zur Praxisnähe und Übertragbarkeit der Ergebnisse bei.