Lernen in der Lücke

Lernen in der Lücke
Bezirk
Friedrichshain-Kreuzberg
Träger
Kontakt- und Beratungsstelle für Geflüchtete und Migrant*innen e. V.
Oranienstraße 159
10969 Berlin
Deutschland
Projektadresse
Deutschland
Kontakt / Ansprechpartner*in
Lena Vennes und Magdalena Pichler
Projektkoordination
030/614 94 00
KuB
Laufzeit:15.10.2025-14.10.2027
Förderprogramm:LSI 2024/1 (Modellprojekte)
Beantragte Fördersumme:299.622,04
Kurzbeschreibung

Das LSI-Modellprojekt zielt auf die Stärkung der Integration und sozialen Teilhabe von geflüchteten und migrierten Frauen* mit geringer formaler Lernerfahrung ab – durch bedarfsgerechtes und lernerinnenzentriertes Deutschlernen mit integrierter Sozialberatung und begleiteter Weiterleitung sowie einer flankierenden Kinderbetreuung auch für Kleinkinder. Damit soll zur Schließung einer entsprechenden Versorgungslücke in Friedrichshain-Kreuzberg beigetragen und ein Überbrückungs- und Vorbereitungsangebot auf dem Weg hin zu regulären Deutschlernangeboten für die Lernenden geschaffen werden. Dazu werden bieten wir Alphabetisierungskurse für Frauen* an, die praxisnah, abwechslungsreich und ohne Leistungsdruck Deutschkenntnisse vermitteln. Ergänzend fangen wir Fragen und Herausforderungen der Teilnehmenden, die über das Deutschlernen hinaus gehen, durch unsere Sozialberatung auf, welche sie je nach Bedarf aufsuchen können. Eine Kinderbetreuung, die manchen Frauen* die Teilnahme überhaupt erst ermöglicht, ergänzt das Angebot. Diesen Lösungsansatz haben wir in einem vorausgegangenen sechsmonatigen Entwicklungsprojekt erarbeitet und werden nun im Rahmen des Modellprojekts  erproben, ob eine soziale Integration für diese vulnerable Gruppen, die im Bezirk FK bisher kaum erreicht werden konnte, so besser gelingen kann. Wir werden den Kompetenzfortschritt der Teilnehmenden unter besonderer Berücksichtigung der integrierten Sozialberatung evaluieren. Ein abschließender Transferworkshop am Ende des Projektes wird dazu dienen, die erzielten Ergebnisse und aufgearbeiteten Erkenntnisse zu teilen und mit anderen Trägern und Organisationen sowie unserem kommunalen Partner zu prüfen, für welche weiteren Zielgruppen sich das Modell eignet bzw. unter welchen Bedingungen es übertragbar ist.

Zielgruppe

Das Angebot richtet sich an Frauen* mit eigener Flucht- und Migrationserfahrung, die wenig bis keine Erfahrungen im institutionellen Lernen haben. Dadurch können viel von ihnen nicht lesen und schreiben und kennen auch nur wenig formale Lernstrategien. Unsere Zielgruppe hat zudem oft (noch) keinen Zugang zu Integrationskursen oder kann aufgrund verschiedenster Umstände nicht daran teilnehmen, denn die Frauen* brauchen z.B. unterstützende Sorge-Strukturen, eine Eingewöhnung ins Lernen und ein langsames, leistungsunabhängiges Lerntempo, kleine Lerngruppen, terminliche Flexibilität – Bedarfe, die Regelangebote oft nicht umfänglich decken können.

Beabsichtigte Ergebnisse und Wirkungen

Als kurz- und mittelfristige Wirkung möchten wir mit unserem Ansatz erreichen, dass die Teilnehmerinnen zum einen merklich und bewusst Kompetenzen im Deutschen als Zweit- und als neue Schriftsprache erwerben. Zum anderen möchten wir ihre Fähigkeiten stärken, externe Hilfestrukturen zu erkennen, zu verstehen und aufzusuchen sowie ihren weiteren Deutschlernprozess selbst organisieren zu können.

Als langfristige Wirkung streben wir an, dass sich die Lebenssituation der Teilnehmerinnen nachhaltig verbessert – indem sie besser in die Aufnahmegesellschaft integriert sind, indem sie befähigt sind, ihren neuen Alltag selbstwirksam zu meistern und indem ihnen soziale und berufliche Teilhabe ermöglicht wird, sodass sie ein aktiver Teil der Gesellschaft werden.

In einem Transferworkshop zum Projektende werden die Erkenntnisse relevanten Akteuren und Entscheidungsträgern zugänglich gemacht und damit eine Weiterverbreitung des Lösungsansatzes angestoßen.

Wichtigste Kooperationspartner
  • Wassertor e.V.
  • Gleichstellungsbeauftragte von Friedrichshain-Kreuzberg