

WeiterBeWegen ist ein Mikroprojekt zur Stärkung der Beschäftigungsfähigkeit und sozialen Inklusion von Frauen mit Migrationsgeschichte sowie Neuankömmlinge. Es ist in der Werner-Düttmann-Siedlung (WDS) in Berlin-Kreuzberg und Umgebung angesiedelt. Ziel ist es, gemeinsam mit den Teilnehmerinnen realistische berufliche Perspektiven zu entwickeln und konkrete Schritte in Richtung Ausbildung oder sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung einzuleiten.
Das Projekt ist modular aufgebaut (1. Kompetenzerweiterung, 2. Finanzielle Bildung, 3. Mentoring & Networking) und kombiniert Workshops mit individueller Begleitung. Die methodische Herangehensweise ist partizipativ, ressourcenorientiert und kultursensibel. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Empowerment der Teilnehmerinnen, dem Abbau von Hemmschwellen und dem Aufbau lokaler Netzwerke.
Das Projekt richtet sich an Frauen ab 18 Jahren mit Migrationsgeschichte aus der Werner-Düttmann-Siedlung (WDS) und angrenzenden Bezirken. Viele der Teilnehmerinnen befinden sich in einer Phase der beruflichen (Neu-)Orientierung – sei es nach familiären Verpflichtungen, biografischen Brüchen oder nach dem Ankommen in Deutschland.
WeiterBeWegen reagiert auf zentrale Bedarfe dieser Zielgruppe: fehlende Informationen zu Ausbildung und Arbeitsmöglichkeiten im Kiez, Unsicherheiten und Unkenntnisse im Bewerbungsprozess, begrenzte berufliche Netzwerke, sprachliche Hürden sowie mangelndes Selbstvertrauen. Das Projekt begegnet diesen Herausforderungen mit niedrigschwelligen, kultursensiblen und alltagsnahen Angeboten, die individuell angepasst sind und Empowerment in den Mittelpunkt stellen.
Die Teilnehmerinnen sollen:
- ein klares Bild ihrer eigenen Stärken, beruflichen Interessen und Perspektiven im Bezirk entwickeln,
- gezielt Schritte in Richtung Bewerbung, Qualifizierung oder beruflichem (Wieder-)Einstieg unternehmen,
- mehr Wissen über den lokalen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt erwerben (Ziel: mind. 90 % der TN),
- durch Kontakte mit Betrieben und Institutionen reale berufliche Netzwerke aufbauen,
- durch den gruppenbasierten Austausch ihr Selbstvertrauen und ihre Eigenmotivation stärken,
- einen Kompetenzzuwachs in Kommunikation, Zeitmanagement, Bewerbung und digitalen Anwendungen erfahren.
Diese Wirkungen werden durch Vorher-Nachher-Erhebungen, Feedbackrunden und dokumentierte Teilnehmendenverläufe sichtbar und messbar gemacht.
Die angestrebten Wirkungen konnten weitgehend erreicht und teilweise übertroffen werden. Die Teilnehmerinnen entwickelten ein klareres Bild ihrer beruflichen Stärken, Interessen und Perspektiven und formulierten konkrete nächste Schritte für ihren individuellen Berufsweg. Durch praxisnahe Übungen, Bewerbungsformate und den Austausch in der Gruppe verbesserten sie ihre Bewerbungsstrategien, ihr Auftreten sowie ihre Handlungssicherheit im Bewerbungsprozess.
Die Kenntnisse über den Arbeitsmarkt sowie verschiedene Berufsfelder und Qualifizierungswege wurden durch den Austausch mit Unternehmen und externen Fachgästen deutlich erweitert. Gleichzeitig entstanden neue berufliche Kontakte und Netzwerke, die von den Teilnehmerinnen aktiv genutzt wurden. Der gruppenbasierte Ansatz stärkte darüber hinaus Selbstvertrauen, Eigenmotivation und Selbstwirksamkeit.
Auch der angestrebte Kompetenzzuwachs konnte nachgewiesen werden. Die durchschnittliche Kompetenzbewertung stieg von 84 auf 98 Punkte. 19 von 22 Teilnehmerinnen verbesserten ihre Kompetenzwerte messbar. Insbesondere zeigten sich Fortschritte in den Bereichen Kommunikation, Selbstorganisation, Bewerbungsstrategien und digitale Kompetenzen.
Die positiven Entwicklungen spiegeln sich zudem in der Erwerbssituation der Teilnehmerinnen wider. Bereits wenige Wochen nach Projektende waren erste Übergänge in Beschäftigung und Weiterbildung sichtbar. Sechs Monate nach Projektabschluss zeigte sich eine weitere Stabilisierung mit Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigungen, freiberuflichen Tätigkeiten, Selbstständigkeit sowie Weiterbildungen. Für rund die Hälfte der Teilnehmerinnen konnte eine deutliche Verbesserung ihrer Erwerbssituation festgestellt werden.
Dütti-Nachbarschaftstreff und Dütti-Werkstatt (VIA e.V.)
- Zentrale Anlaufstelle und Veranstaltungsort in der WDS
- Enge Zusammenarbeit seit 2021, besonders mit der Leitung
- Starke Verankerung im Sozialraum und in der Zielgruppe
Esferalab e.V.
- Kulturaustausch-Verein mit Fokus auf interkulturelle künstlerische Projekte
- Anknüpfungspunkt für Teilnehmerinnen mit kreativen/gestalterischen Interessen
Atina gUG und GFBM gGmbH (Träger im Bereich Arbeitsmarktintegration)
