Das Modellprojekt MediaLab Tempelhof-Schöneberg verfolgt das Ziel, ein innovatives, modular aufgebautes Qualifizierungs- und Zertifizierungsmodell für kreative und digitale Tätigkeitsfelder zu erproben. Ausgangspunkt ist der tiefgreifende Wandel der Kreativwirtschaft durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, der neue Kompetenzanforderungen schafft, auf die klassische Ausbildungswege nur unzureichend reagieren.
Das Projekt vermittelt grundlegende Kenntnisse der Mediengestaltung und macht zugleich die praktische Arbeit mit KI-gestützten Kreativ-Tools nachvollziehbar und anwendbar. Die Inhalte werden dynamisch und agil weiterentwickelt, um auf technologische Veränderungen flexibel reagieren zu können.
Die Vorgehensweise basiert auf einem modularen Aufbau: Einzelne Kompetenzbausteine können kombiniert und schrittweise erweitert werden und ermöglichen so unterschiedliche Qualifikationsprofile. Methodisch verbindet das Projekt projektbasiertes Lernen, Coaching und reale Produktionsprozesse. In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Tempelhof-Schöneberg werden diese Module strukturiert und perspektivisch zertifizierbar gemacht.
Das Modellprojekt richtet sich an Personen aus den im Aufruf definierten ESF-Zielgruppen, insbesondere an arbeitslose und nichterwerbstätige Personen sowie Personen mit besonderem Unterstützungsbedarf. Angesprochen werden Menschen mit Interesse an kreativen und digitalen Tätigkeitsfeldern, die aufgrund von Bildungsbenachteiligung, fehlenden formalen Abschlüssen oder sprachlichen Barrieren nur eingeschränkten Zugang zu bestehenden Qualifizierungs- und Zertifizierungsangeboten haben.
Auf Grundlage des abgeschlossenen Entwicklungsprojekts zeigte sich insbesondere ein Bedarf bei Personen mit Migrationsgeschichte, häufig Frauen. Die spezifische Problemlage besteht darin, dass vorhandene kreative Fähigkeiten nicht systematisch aufgebaut, weiterentwickelt oder formal anerkannt werden können. Das Modellprojekt setzt hier an, indem es Grundwissen, KI-Kompetenzen und modulare Qualifizierung niedrigschwellig miteinander verbindet.
Zentrales Ergebnis des Modellprojekts ist die Erprobung eines modularen Qualifizierungs- und Zertifizierungsansatzes im Bereich Mediengestaltung. Teilnehmende erwerben grundlegende kreative und digitale Kompetenzen sowie praxisnahe Fähigkeiten im Umgang mit KI-gestützten Tools, die schrittweise zu neuen, arbeitsmarktrelevanten Qualifikationen zusammengeführt werden können.
Der soziale Innovationscharakter liegt darin, dass Lernen, kreative Praxis und formale Anerkennung neu strukturiert und dynamisch weiterentwickelt werden. Statt eines starren Berufsbildes entstehen flexible Kompetenzprofile, die an reale Anforderungen der Kreativwirtschaft anschlussfähig sind.
Zur Qualitätssicherung und Weiterentwicklung des Modellansatzes wird ein projektbegleitender Beirat eingebunden, dem Vertreter:innen des Jobcenters sowie Akteur:innen der lokalen Kreativwirtschaft angehören. In Zusammenarbeit mit dem Beirat sind Testings und Feedbackschleifen vorgesehen, um Inhalte, Module und Zertifizierungsansätze praxisnah zu überprüfen und weiterzuentwickeln.
Zentraler Kooperationspartner ist die Volkshochschule Tempelhof-Schöneberg, die maßgeblich an der Strukturierung, Erprobung und perspektivischen Zertifizierung der Module beteiligt ist. Die Kooperation ermöglicht die Verbindung innovativer Qualifizierungsinhalte mit formaler Anerkennung und schafft eine institutionelle Anbindung des Modellprojekts.
Weitere wichtige Partner sind die bezirkliche Wirtschaftsförderung Tempelhof-Schöneberg sowie Akteur:innen der lokalen und Berliner Kreativwirtschaft, die arbeitsmarktbezogene Anforderungen einbringen und an der praxisnahen Weiterentwicklung der Module mitwirken. Ein projektbegleitender Beirat mit Vertreter:innen des Jobcenters und der Kreativwirtschaft begleitet das Projekt fachlich und unterstützt die Durchführung von Testings und Feedbackschleifen.
Als weiterer Partner ist die expofair GmbH eingebunden, ein Unternehmen der Veranstaltungswirtschaft, das selbst einen starken digitalen Transformationsprozess durchläuft. expofair bringt als Bedarfserfasser aus der Praxis Anforderungen an neue kreative und digitale Qualifikationsprofile ein und unterstützt die Erprobung der Module im Hinblick auf ihre Anwendbarkeit in der Veranstaltungs- und Kreativwirtschaft.
Darüber hinaus ist die re:publica als bundesweit relevante Plattform für digitale Gesellschaft und Innovation ein wichtiger Partner für fachlichen Austausch, Sichtbarkeit und Transfer des Modellprojekts. Das Projekt ist im Kontext der BBWA-Förderung verankert und trägt zur Weiterentwicklung innovativer Qualifizierungsansätze auf bezirklicher Ebene bei. Ziel ist eine Übertragbarkeit des Modellansatzes über den Bezirk Tempelhof-Schöneberg hinaus.
