

Das Modellprojekt „Lernende Netzwerke im Mehrwertvoll Sharehouse“ qualifiziert 30 Menschen aus marginalisierten Gruppen praxisnah im Bereich Nachhaltigkeit und passt sich dabei so flexibel wie möglich an deren Bedarfe an, damit sie erfolgreich teilhaben können. Teilnehmende erwerben Wissen in zentralen thematischen Feldern und entwickeln Schlüsselkompetenzen. Parallel dazu entwickeln Unternehmen und NGOs in Peer-to-Peer-Prozessen eigene Nachhaltigkeitsstrategien und NGOs werden begleitet, ihr Wissen teilhabegerecht aufzubereiten. Begegnungsformate bringen die verschiedenen Akteur*innen regelmäßig auf Augenhöhe zusammen. Das vernetzte Vorgehen schafft einen transformativen Raum, in dem alle Beteiligten gemeinsam nachhaltige Lösungen erproben und langfristige Kooperationen entwickeln. Das Projekt fördert Selbstwirksamkeit und verändert das Narrativ: Marginalisierte Menschen werden als aktive Akteur*innen der sozial-ökologischen Transformation anerkannt.
Wir definieren als primäre Zielgruppe im Sinne der Ausschreibung 30 Menschen aus marginalisierten Gruppen in Berlin vorrangig aus dem Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Im Fokus stehen insbesondere Menschen mit körperlichen Behinderungen, mit Einschränkungen der Sinneswahrnehmung (z. B. schwerhörige oder taube Menschen) sowie Menschen mit Migrationsgeschichte. Andere marginalisierte Gruppen (z. B. Alleinerziehende, gering qualifizierte oder langzeiterwerbslose Personen) können teilnehmen, sofern sie eine berufliche Perspektive suchen und Interesse an Nachhaltigkeit mitbringen.
Mitgedacht werden das soziale und berufliche Umfeld der Teilnehmenden, ihre Communities, sowie Unterstützende wie Sprachmittler*innen oder Assistenzpersonen, die Teilhabe ermöglichen.
Das Modellprojekt „Lernende Netzwerke im Mehrwertvoll Sharehouse“ stärkt Menschen aus marginalisierten Gruppen, indem es sie praxisnah und an ihre Ressourcen angepasst im Bereich Nachhaltigkeit qualifiziert und ihre Perspektiven in reale Transformationsprozesse von Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen einbindet.
Ausgangspunkt des Projekts ist die Erkenntnis, dass marginalisierte Personengruppen nach wie vor stark von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen sind. Gleichzeitig fehlen Unternehmen und Organisationen vielerorts Personal, Diversität und gelebte soziale Nachhaltigkeit. Das Modellprojekt bringt diese bisher oft getrennten Gruppen in einem strukturierten, iterativen Lernprozess als Reallabor zusammen - in sogenannten Lernenden Netzwerken.
Primäres Ziel des Projektes ist es, mindestens 30 Menschen aus marginalisierten Gruppen durch eine niedrigschwellige, an ihren Ressourcen orientierte Qualifizierung im Themenfeld Nachhaltigkeit zu stärken und ihnen neue berufliche und gesellschaftliche Perspektiven zu eröffnen. Die Teilnehmenden sollen lernen, wie sie Nachhaltigkeits-wissen praktisch anwenden können, sowohl in ihrem eigenen Alltag als auch als Expert*innen in Organisationen.
Im Bereich der Nachhaltigkeitsberatung sind die Ziele fertige Nachhaltigkeitsstrategien für alle teilnehmenden Organisationen inklusive einer „Roadmap“: eine Vision, relevante Handlungsfelder mit Zielen und ein ausgearbeiteter Maßnahmenplan. Die beteiligten Organisationen werden nach dem Programm ökologisch, sozial und wirtschaftlich nachhaltiger agieren und ebenfalls zur nachhaltigen Entwicklung beitragen. Sie haben viele Perspektiven und Herausforderungen der Teilnehmenden der Qualifizierung kennengelernt, Möglichkeiten gesehen, wie man Teilhabe unterstützen kann und ebenfalls Beziehungen zu potentiellen Arbeitnehmenden aufgebaut.
Die teilnehmenden NGOs werden befähigt sein, eigene Formate umzusetzen und selbst weiterzuentwickeln, mit denen sie ihr Wissen praxisnah weitergeben können, wodurch sie ihre Finanzierung breiter aufstellen und mehr Wirkung erzielen. Sie haben ebenfalls viele Perspektiven und Herausforderungen der Teilnehmenden der Qualifizierung kennengelernt, Möglichkeiten gesehen, wie man Teilhabe unterstützen kann und ebenfalls Beziehungen zu potentiellen Arbeitnehmenden oder Ehrenamtlichen aufgebaut. Dadurch werden sie in den eigenen Strukturen diverser und erreichen entsprechende Zielgruppen mit ihren Inhalten, die sie vorher nicht erreicht haben.
Ein wesentliches Ziel ist es, die Teilnehmenden nicht nur als Rezipient*innen von Bildung zu sehen, sondern als aktive Mitgestalter*innen des Gesamtprozesses. Sie bringen ihre Erfahrungen, Perspektiven und Bedarfe ein und wirken über Praxistage, Change-Warmups oder Expert*innengespräche direkt an der Weiterentwicklung von Nachhaltigkeitsprozessen in Organisationen mit. Dieses rollenübergreifende Setting trägt wesentlich zur Selbstwirksamkeit bei und ermöglicht nachhaltige Veränderungen auf individueller wie struktureller Ebene.
Die Teilnehmenden profitieren auf mehreren Ebenen:
1. Individuell: Erwerb alltagsnaher, praxisbezogener Kenntnisse in verschiedenen Nachhaltigkeitsfeldern (Mobilität, Ernährung, Ressourcen, Inklusion etc.); Stärkung von Selbstbewusstsein, Ausdrucksfähigkeit und Reflexionskompetenz; Aufbau neuer Fähigkeiten in den Bereichen Kommunikation, Kollaboration und lösungsorientiertes Arbeiten 2. Sozial: Aufbau belastbarer Beziehungen zu potenziellen Arbeitgeber*innen, zu NGO-Akteur*innen und zu anderen Teilnehmenden; Erfahrung von Teilhabe,
Wertschätzung und Gemeinschaft
3. Beruflich: Erste Qualifizierung im Bereich Nachhaltigkeit; Aufbau eines Netzwerks für Ausbildung oder Beschäftigung, Kooperation oder Engagement; Höhere Chancen darauf, den Lebensunterhalt selbst zu bestreiten; Weiterbildung oder ehrenamtliche Mitwirkung
Langfristig soll das Projekt die Teilnehmenden in die Lage versetzen, als Impulsgeber*innen in ihren Communities und in Organisationen zu wirken. Ihr Wissen soll nicht nur individuell nutzbar, sondern auch strukturell wirksam werden – etwa indem sie an der Weiterentwicklung von barrierearmen Lern- und Arbeitsformaten mitarbeiten oder als Brückenpersonen in Diversitätsfragen auftreten. Durch die wiederholte Begegnung mit Organisationen entsteht ein gegenseitiges Kennenlernen, das zur Überwindung von Vorurteilen und Unsicherheiten beiträgt – auf beiden Seiten. Ziel ist es, dass einige Teilnehmende nach Projektabschluss in Beschäftigung oder Ausbildung übergehen oder sich langfristig in Nachhaltigkeitsstrukturen einbringen. Gleichzeitig verändert sich das gesellschaftliche Narrativ: Die Teilnehmenden werden nicht länger als zu fördernde Randgruppen adressiert, sondern als essenzielle Akteur*innen der Transformation verstanden. So fördert das Projekt nicht nur individuelle Entwicklung, sondern wirkt auch systemisch: hin zu einer inklusiveren, gerechteren und nachhaltigeren Gesellschaft.
Das Modellprojekt „Lernende Netzwerke im Mehrwertvoll Sharehouse“ basiert auf einer breit abgestützten Entwicklungspartnerschaft, die zentrale Perspektiven für eine sozial-ökologische Transformation miteinander verknüpft. Die Kooperation mit der Organisationseinheit Sozialraumorientierte Planungskoordination (OE SPK) im
Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, der Kopf, Hand + Fuß gGmbH und dem Ernährungsrat Berlin e.V. bildet das tragende Fundament des Projekts. Die OE SPK bringt sich mit ihrer fachlichen Expertise und langjährigen Netzwerken im Bezirk ein, insbesondere zu Verwaltung, Politik, Sozialarbeit und anderen relevanten Institutionen.
Die Kopf, Hand + Fuß gGmbH ist eine erfahrene Partnerin im Bereich Inklusion, barrierearmer Bildung und Leichter Sprache. Sie begleitet insbesondere die Gestaltung der Qualifizierungsformate und der Öffentlichkeitsarbeit und berät uns bei der Ermöglichung der Teilhabe der Teilnehmenden. Der Ernährungsrat Berlin wiederum steht für
transformative Bildungsarbeit und Wissenstransfer im Bereich nachhaltiger Ernährung und bringt fachliche Tiefe und Praxisnähe in das Reallabor ein. Diese enge, interdisziplinäre Zusammenarbeit wurde bereits in der Konzeptphase aufgebaut, in Planungswerkstätten erprobt und soll nun in der Modellphase verstetigt und erweitert
werden. Alle Partner*innen sind mit eigenen Netzwerken im Bezirk und auf Landesebene aktiv und werden diese einbringen – etwa durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit, Einladung von Organisationen oder Mitwirkung im Transferprozess. Darüber hinaus besteht eine breite Vernetzung mit weiteren Akteur*innen im Bezirk Tempelhof-
Schöneberg und darüber hinaus (Unternehmen, Verbände, gemeinnützige Organisationen, Verwaltungen und weitere).
Zur strategischen Begleitung des Projekts wird ein projektbegleitender Beirat eingerichtet. Dieser wird sich aus Vertreter*innen der Zivilgesellschaft, Verwaltung, Wirtschaft und Fachöffentlichkeit zusammensetzen. Ziel ist es, das Projekt aus verschiedenen Perspektiven zu spiegeln, zu stärken und weiterzuentwickeln. Der Beirat wird außerdem zur Sichtbarmachung, Verbreitung und Skalierbarkeit der Projektergebnisse beitragen, indem er eigene Netzwerke öffnet und relevante Impulse in die Weiterentwicklung des Konzepts einbringt. Das Projekt ist grundsätzlich offen für weitere Partnerschaften. Bereits in der Entwicklungsphase wurde deutlich, dass ein großes Interesse besteht, Teil des Lernenden Netzwerks zu werden. Organisationen und Unternehmen können über Infoveranstaltungen, persönliche Ansprache oder gemeinsame Aktionen einbezogen werden. Angestrebt wird eine langfristige Einbindung der Partner*innen - nicht nur für die Dauer des Projekts, sondern auch im Sinne einer Verstetigung der entstandenen Strukturen. Die Kooperationen tragen entscheidend zur Qualität und Wirkung des Modellprojekts bei. Sie ermöglichen eine vielschichtige Ansprache der Zielgruppen, sichern Praxisrelevanz und verankern das Projekt lokal, fachlich und institutionell. Die Verknüpfung von Verwaltung, Zivilgesellschaft, Inklusionskompetenz und Nachhaltigkeitsbildung ist nicht nur programmatisch, sondern strukturell relevant – sie schafft die Voraussetzungen für einen echten sozialen Innovationsprozess mit Transferpotenzial über das Projekt hinaus.
