NIU+ Newcomer in Unternehmensnachfolge

NIU+ Newcomer in Unternehmensnachfolge
Bezirk
Friedrichshain-Kreuzberg
Träger
LOK.a.Motion Gesellschaft zur Förderung lokaler Entwicklungspotentiale mbH
Marchlewskistraße 101
10243 Berlin
Deutschland
Projektadresse
NIU+ – Newcomer in Unternehmensnachfolge
Marchlewskistraße 101
10243 Berlin
Deutschland
Kontakt / Ansprechpartner*in
Deeb
Projektleiter
LOK.a.Motion Gesellschaft zur Förderung lokaler Entwicklungspotentiale mbH
Laufzeit:01.01.2026-31.10.2027
Förderprogramm:LSI 2024/1 (Modellprojekte)
Beantragte Fördersumme:299.986,72
Kurzbeschreibung

Das Modellprojekt NIU+ baut inhaltlich und strukturell auf den Ergebnissen des vorangegangenen Entwicklungsprojekts auf und überführt das dort partnerschaftlich und multiperspektivisch entwickelte Modellkonzept in eine mehrjährige Erprobungs- und Umsetzungsphase.
Ziel des Modellprojekts ist es, Newcomer systematisch, praxisnah und individuell auf die Übernahme kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) vorzubereiten und sie über einen längeren Zeitraum im Nachfolgeprozess zu begleiten.
Vor dem Hintergrund des anhaltenden Nachfolgeproblems bei KMU in Friedrichshain-Kreuzberg und berlinweit richtet sich der Fokus des Modellprojekts nicht mehr auf die Frage, ob Unternehmensnachfolge durch Newcomer möglich ist, sondern darauf, wie konkrete Nachfolgeprozesse erfolgreich angebahnt, begleitet und umgesetzt werden können.
Im Mittelpunkt steht die Begleitung realer Nachfolgepfade – von der ersten Orientierung über Qualifizierung und Matching bis hin zu betrieblichen Praxiserfahrungen und Übergabe- bzw. Einstiegsszenarien.

Zielgruppe

Primäre Zielgruppe des Modellprojekts sind Newcomer (Menschen mit Flucht- oder Migrationsgeschichte, die seit maximal 10–12 Jahren in Deutschland leben), die über unternehmerisches Interesse verfügen und eine Übernahme eines bestehenden Unternehmens in Betracht ziehen, jedoch mit strukturellen Hürden konfrontiert sind. Dazu zählen insbesondere fehlende Anerkennung von Qualifikationen, eingeschränkte Finanzierungsmöglichkeiten, sprachliche Barrieren sowie Erfahrungen von Diskriminierung.
Sekundäre Zielgruppe sind kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), insbesondere aus den Bereichen Handwerk, Handel und Dienstleistung, die zeitnah eine Nachfolgelösung suchen und offen für neue, diversitätsorientierte Nachfolgewege sind.

Beabsichtigte Ergebnisse und Wirkungen

Auf Ebene der Teilnehmenden zielt das Modellprojekt auf die Stärkung der individuellen Entscheidungs- und Handlungskompetenz im Nachfolgeprozess ab. Die Teilnehmenden sollen fachliche, betriebswirtschaftliche und rechtliche Kenntnisse zur Unternehmensübernahme erwerben, Unsicherheiten abbauen und realistische Nachfolgeperspektiven entwickeln.
Auf Ebene der Unternehmen sollen KMU für Newcomer als potenzielle Nachfolger*innen sensibilisiert, interkulturelle Vorbehalte abgebaut und tragfähige Übergabemodelle entwickelt werden. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur Sicherung von Betrieben, Arbeitsplätzen und Ausbildungsplätzen.
Auf struktureller Ebene wird ein diversitätssensibler Nachfolgeansatz erprobt, weiterentwickelt und dokumentiert. Das Projekt stärkt regionale Unterstützungsstrukturen, fördert soziale Innovation im Feld der Unternehmensnachfolge und schafft die Grundlage für die Übertragbarkeit des Modells auf andere Bezirke und Regionen. Ein zentraler Transferworkshop am Ende des Projektes macht die Erkenntnisse relevanten Akteuren und Entscheidungsträgern zugänglich und stößt damit eine Weiterverbreitung des Lösungsansatzes an.

Wichtigste Kooperationspartner
  • Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg – Wirtschaftsförderung (WiFö): Unterstützung bei der Ansprache von KMU, strategische Einbindung und Transfer.
  • Friedrichshain-Kreuzberger Unternehmerverein e. V. (FKU): Anbindung an die lokale Unternehmerschaft, Austausch mit potenziellen Übergeber:innen.
  • BBB Bürgschaftsbank zu Berlin-Brandenburg GmbH: Beratung zu Finanzierungsmöglichkeiten und Sicherheiten, fachlicher Input.
  • Perspektive neuStart e. V.: Zugänge zur Zielgruppe, Beratungskompetenz und interkulturelle Expertise.
  • Weitere Institutionen aus Wirtschaft, Verwaltung, Finanzierung und Beratung: Fachlicher Input, Netzwerkzugänge, Pilotierung und Verstetigung des Modellansatzes.